„Zum Ferienbeginn“ - 23.06.2012

Die Ferien haben begonnen. Selbst wenn man keine schulpflichtigen Kinder hat oder mehr hat und von den Ferienterminen nicht direkt betroffen ist, spürt man in der Stadt die Atmosphäre der Ferien.
Bis zu diesem Zeitpunkt scheinen sich die Verpflichtungen und Termine geradezu gegen einen zu richten und anzuhäufen. Mit Blick auf den Beginn der Urlaubszeit wird man immer kurzatmiger, plötzlich soll noch dies und jenes erledigt werden, ein Aufschub wird nicht zugelassen.
Was bis dahin nicht gelingt, könnte in der freien Zeit eingeübt werden. Das Zauberwort heißt: „Entschleunigung“, das Tempo drosseln, alles in Ruhe angehen lassen, sich Pausen gönnen.
„Ich fragte eine Schnecke, warum sie so langsam wäre. Sie antwortete, dadurch hätte sie mehr Zeit, die Welt zu sehen.“ Wolfgang J. Reus
Von Schwester Ursula Bittner fand ich Überlegungen zum Langsam-Machen:

  • langsam gehen:
    Schritt für Schritt, Ferse auf Fußsohle, mit den Augen verfolgen, wie langsam die Welt an mir vorüberzieht...
  • ruhig sprechen:
    Worten Gewicht geben durch eingebaute Pausen, kurze Sätze bauen, das Schweigen zwischendurch lieben lernen...
  • Zeit lassen beim Sehen:
    den Blick schweifen lassen, etwas lange ansehen und hinsehen, Schönes aufnehmen und mit den Augen verabschieden, noch einmal vor dem inneren Auge vorbeiziehen lassen, mich an Farben erinnern...
  • achtsam hören:
    hinhören, genau hören, horchen, lauschen, nachklingen lassen, Lautstarkes und Leises wahrnehmen, Geräusche am Bach verfolgen, den Wind, das Vogelgezwitscher...
  • in Ruhe essen:
    schmecken, kosten, kauen, laben, Gaumenfreuden genießen, etwas probieren, den Nachgeschmack genießen, voll sein von Leckereien, übersatt und hungrig vom Wandern...
  • gelassen handeln:
    bewußt auf all die gewohnten Handgriffe achten, die wir Tag für Tag machen, die Hände beobachten und in den Schoß legen lernen...
  • abends meine „Bremsspuren“ ansehen:
    wo habe ich mich bremsen müssen, wie oft, wie lange? Und gab es auch Vollbremsungen?...
  • meine Erfahrungen in aller Ruhe vor Gott bringen:
    mich in einer Kirche still hinsetzen, schweigen, Kerze entzünden und Kerzen zusehen, die Augen schließen, Geräuschen lauschen und an die Gegenwart Gottes glauben...

Ich fragte eine Schnecke...

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